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(Autor: J. Kallerhoff)

Es war einmal eine Raupe. Sie war gerade auf einem Blatt aus einem Ei geschlüpft. Da sie gerade erst geschlüpft war, war sie sehr hungrig. Sie knabberte an frischen jungen Blättern. Sie hatte Geschwister, die auch gern an Blättern knabberten.

Nun begab sich, dass sie an diesem schönen Samstagmorgen wissen wollte, wer sie war. Sie wusste bisher nicht was sie war oder wie sie hieß. Hatte Sie einen Namen? Niemand hatte ihr bisher ihren Namen verraten können.

Die kleine Raupe war sehr neugierig und unternehmungslustig und aus diesem Grund verließ sie ihre Geschwister und ihr Blatt, auf dem sie lag und machte sich auf den Weg, um die Gegend zu erkunden. Vielleicht traf sie ja auf einen Ort oder ein anderes Tier oder vielleicht auf eine Pflanze, um herauszufinden wer sie war.

Langsam bewegte sich die Raupe vom Blatt und gelangte auf einen weichen Rasenboden. Sie kroch auf einen Weiher zu, der malerisch an einem Wald lag. Dort begegnete ihr ein Frosch. Der Frosch hüpfte an dem Weiher entlang. Er hüpfte auf und ab und quakte. Das sah sehr lustig aus. Die Raupe schaute dem Frosch gerne zu. Da sah der Frosch die Raupe und hüpfte direkt auf sie zu. Die Raupe fragte ihn ganz mutig: „Wer bist du? Wie heißt du?“

Der Frosch antwortete: „Ich bin ein Frosch; ganz genau gesagt heiße ich Fips, der Frosch. Ich lebe hier am Weiher in der Nähe des schönen, grünen Lorbeerwaldes ‚Laurisilver‘! Und wer bist du?“

Das wusste die Raupe ja noch nicht und schüttelte mit dem Kopf. Der Frosch gab der Raupe ein Blatt von seinem zu Hause. Sie bedankte sich bei ihm und aß es schnell aus. Sie machte sich weiter auf Erkundungstour.

Sie kam zum anliegenden Wald. Sie kroch durch den Wald, bis sie zu einer Lichtung gelangte. Dort traf sie einen großen Elefanten. Der stampfte dort ganz gemächlich und suchte nach Nahrung. Die Raupe beobachtete den Elefanten wie er mit dem Rüssel hin und her schlenkerte. Als er die Raupe sah, stampfte er mit seinen schweren Beinen auf sie zu. Die Raupe blieb ganz mutig und ruhig an ihrem Platz. Er fragte sich noch während des Stampfens: „Wer bist Du?“ und machte: „Törö“! Doch die Raupe wusste das immer noch nicht. Sie erfuhr, dass er ein indischer Elefant sei. Er reichte ihr mit seinem Rüssel ein Blatt, indem er den Zweig des Baumes herunterbog. Er war sehr stark. Die Raupe bedankte sich, aß das Blatt und zog weiter.

Dann sah sie einen Vogel. Der Vogel flog über sie hinweg. Er flog weiter und weiter, bis zu einem großen Meer. Er flog ein Stück über das Meer. Er hatte sehr lange, spitze Flügel und flog mit diesen ohne Anstrengung. Er stieß kreischende Geräusche aus, die der Raupe sehr neu waren.

Danach kehrte der Vogel wieder zurück und suchte Zweige und Gräser aus der nächsten Umgebung zusammen, um sich ein Nest zu bauen. Er war sehr emsig und fleißig. Die Raupe schaute dem Vogel beim Fliegen und Ranschaffen der Baumaterialien zu. Immer wieder flog er in sein Nest zurück, um die gefundenen Naturmaterialien in das Nest zu verarbeiten. Die Raupe erfuhr, dass der fremde Vogel eine Möwe war, die Mirja hieß. Sie stellte sich vor, auch zu fliegen.

Ein Wunsch wurde plötzlich in ihr wach: Die Raupe sagte zur Möwe: ,Ich möchte auch so schön und frei fliegen wie Du!‘ Bald sollte diese Sehnsucht in Erfüllung gehen. Unsere Raupe bekam wieder ein Geschenk, diesmal von der lieben Möwe: Ein Blatt vom Nest des Vogels.

Nachdem sie das genüsslich gefressen hatte, bereitete sie sich auf eine lange Ruhezeit vor. Sie war jetzt in einem Kokon. Ganz ruhig und ohne sich zu bewegen, blieb sie über Wochen lang in diesem Kokon.

Eines Tages knabberte sie sich ein Loch in den Kokon und zwängte sich ganz langsam nach draußen. Sie war nun ein wunderschöner, leichter Schmetterling, ein Zitronenfalter. Das wusste sie in diesem Moment plötzlich! Sie konnte sich daran erinnern wer sie ist. Sie leuchtete, glänzte und strahlte in einem frisch schimmernden Gelb.

Sie flatterte ganz leicht und schnell zum Himmel, weil sie überglücklich war!

Anschließend flog sie wieder zu ihrem Blatt zurück, auf dem sie damals zur Welt kam. Vorbei am Meer, an den Bäumen, an dem Wald; und den Weiher konnte sie auch vom Himmel aus ganz klein wiedererkennen. Sie hatte ihren Frieden gefunden.

Ihre Geschwister waren auch alle aus ihrem Kokon geschlüpft. Fröhlich und glücklich sich wiederzusehen, flogen sie um ihre Geburtsstätte herum. Im Kreis tanzten sie alle miteinander, flatterten alle auf und ab und hatten viel Freude und Spaß!